Die Herausgeber des AFSMI-Buches “Services Management und digitale Transformation” im Gespräch mit der Gastgeberin der Digitalwerkstatt.

Woher kam die Idee zum Booksprint und zum Titel des Buches?

Kai: Ich war beim Book Sprint „Changing the Game“ 2018 als Autor dabei und empfand das Format als sehr intensiv. Viele der neuen Verbindungen von damals sind bis heute geblieben, manche Co-Autoren sind wichtige Sparringspartner, andere haben sich als Geschäftspartner verfestigt. Ich war nachhaltig beeindruckt, das kann ich so sagen.

Annika: Genau! Es geht darum, miteinander Ideen für Artikel zu entwickeln, und diese Ideen brauchen Raum und Luft und Licht, um zutage zu kommen.Ihr habt euch auf die Themenfelder „Services Management und Digitale Transformation“ konzentriert. Warum gerade diese?

Dieter: Wir sind ein Berufs- und Interessenverband für Führungskräfte in Services-Branchen. Durch die Bank haben alle mit Digitalisierung zu tun und den Auswirkungen auf die Organisationen, die sich dadurch ergeben.

Wolfgang: Stimmt! Schon vor drei, vier haben wir uns schon mit dem Servitization-Ansatz von Tim Baines (Professor an der Aston Business School in Birmingham) im AFSMI auseinandergesetzt. Er beschäftigt sich mit Geschäftsmodellinnovationen produzierender Unternehmen. Diese entwickeln sich seit einigen Jahren zunehmend weg von der Lieferung von Produkten hin zum Bereitstellen von Fähigkeiten und der Lieferung von Ergebnissen.

Dieter: Das Thema ist für so ein Wochenende natürlich wichtig. Es vereint die Menschen, die sich zu einer Teilnahme entscheiden. Ist es zu eng gefasst, verzichte ich auf Vielfalt der Perspektiven. Ist es zu weit gefasst, besteht die Gefahr, dass man mit dem Buch beliebig wird. Der Spagat ist uns hier ganz gut gelungen.

Kai: Wenn die richtigen Leute dabei sind, dann klappt es. Und die, die da sind, sind per Definition die richtigen Leute. Klingt kryptisch. Was ich damit sagen will: Ein solches Format zieht bestimmte Menschen an und andere nicht. Diejenigen, die sich einem solchen Prozess gegenüber offen zeigen und dabei sein wollen, sind diejenigen, die man für den Erfolg braucht.

Annika: Und tatsächlich wurden aus zwei Dutzend Experten ihres Fachs nicht nur im Handumdrehen Autorinnen und Autoren auf Zeit, sondern sie waren sich gegenseitig Wegbereiterin, Talententdecker oder Potenzialentfalterin – je nach Schwerpunkt ihres Beitrags, den sich jede und jeder selbst für das Buch gewählt hatte.

Warum wurde die Methodik “Booksprint” gewählt?

Kai: Diese Methodik passt wunderbar zum agilen Mindset, das wir heute in Unternehmen und Organisationen so dringend brauchen. Es geht darum, praktisch aufzuzeigen, wie man zum Gestalter werden kann. Wie man Dinge in die Hand nimmt und einen qualitativ hohen Output erzeugen kann. Natürlich funktioniert das Format umso leichter, je besser sich ein Thema strukturieren und in relativ isolierten Kapiteln behandeln lässt. Im Tandem, im größeren Team, in wechselnder Zusammensetzung und zwischendurch auch im Alleingang entstanden so fundierte Inhalte zu unserem Thema „Services Management und digitale Transformation. Ein Verfasser alleine hätte viel mehr Zeit gebraucht und vermutlich kaum so viel Spaß gehabt und neue Erkenntnisse gewonnen.

Annika: Die Ideen ins Fließen zu bringen, den Schreibprozess anzustoßen und gleichzeitig den kreativen Flow zu halten – das sind nicht wenige Herausforderungen. Wir gaben damals gleich zu Beginn den Staffelstab als Initiatorinnen an die Teilnehmer ab und setzten auf Eigenverantwortung und agile Mindsets. Zudem waren alle von dem Gedanken eines konkreten Ergebnisses motiviert: Wir wollten ein haptisches Buch in unseren Händen halten. Ein solches Ergebnis spornt enorm an.

Wie war der Team-Spirit und die Vernetzung der Autoren?

Annika: Mal ganz losgelöst vom Datenschutz: Für Kontrollfreaks ist ein Book Sprint sicher nichts, denn alles steht und fällt mit dem Vertrauen in den Gruppenprozess. Ohne das entsteht prinzipiell nichts Neues. Gleichzeitig ist ein klar bestimmter Rahmen nötig, damit sich Dinge geordnet und doch frei entwickeln können. Wer so ein Projekt organisiert, muss wissen, dass man die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch in der Nacharbeit möglichst motiviert halten muss.

Kai: Und für uns Herausgeber wird der Sprint auf jeden Fall ein Marathon, weil wir hinterher alle Einzelartikel zusammenführen und ein Gesamtmanuskript daraus fertigen müssen. Da steckt noch gehörig Arbeit drin, das darf man nicht unterschätzen.

Annika: Ich könnte mir gut vorstellen, dass beim nächsten Sprint eine Art Living Book entsteht, das ohne Limitierung durch Format und Zeit online aktualisiert und ergänzt werden kann. Auf jeden Fall wissen wir jetzt alle, dass trotz allem Spaß ein Book Sprint kein Spaziergang ist, sondern eine ganze Menge Arbeit darin steckt, die gut vor- und nachbereitet sein will. Ich habe sehr viel Persönliches daraus gezogen. Allem voran die Erkenntnis, dass man eine Sache oder Idee in Angriff nehmen muss, wenn man für sie brennt. Wenn man etwas wirklich, wirklich will, dann schafft man es.

Kai: Vertraue auf den Prozess und dass du die richtigen Leute um dich geschart hast. Die werden die richtigen Dinge tun, weil es die richtigen Dinge sind. Das sind für mich seit ein paar Jahren ganz wesentliche Prinzipien in der Zusammenarbeit mit anderen. Wenn ich manche meiner Kunden sehe oder auch einige unserer Mitglieder im AFSMI, dann sehe ich in Sachen Services Management und digitaler Transformation noch sehr viele Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Ich glaube, dass unser Buch ihnen helfen wird, sich auf den Wandel einzulassen und die Möglichkeiten zu nutzen, die ihnen ein modernes Services Management zusammen mit der digitalen Transformation bietet, ihr Geschäft erfolgreich zu entwickeln.

Die Autoren in der Digitalwerkstatt

(YouTube Video)

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