Dr. Britta Müller, Business Coach, Organisationsberaterin und -forscherin zum Thema „Zusammenarbeit auf Distanz“ hilft Führungskräften beim optimistischen Start ins neue (Führungs-)Jahr.

VUKA – Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität – ist im zu Ende gehenden Jahr 2020 für uns alle erlebbar geworden. Plötzlich war nichts mehr, wie gewohnt. Für viele von uns zog die Berufswelt von einem Tag auf den nächsten sprichwörtlich „zu Hause ein“. Und während der pandemie-bedingte Wechsel ins Home Office im Frühjahr zunächst besser als erwartet gelang, machen sich jetzt, 9 Monate nach dem ersten Lock-Down, bei vielen wieder Verdruss und typische VUKA-Sorgen breit:
– Volatil sind die Prognosen zur Verfügbarkeit des vielversprechenden Impfstoffs – wann geht es endlich los?
– Unsicherheit dominiert die Weihnachtsplanungen 2020 genauso wie sämtliche Geschäftsprognosen für 2021
– Komplexität macht die Lage nicht einfacher: kaum ein Thema ist bearbeitbar, ohne Rücksicht auf die aktuelle Pandemie-Lage zu nehmen
– Ambiguität bleibt an der Tagesordnung: Viele Mitarbeiter verlieren Motivation zur Zusammenarbeit aus dem Home Office, gleichzeitig deklarieren ganze Konzerne wie z.B. Siemens oder Facebook das Arbeiten von daheim zum „Neuen Normal“ und reduzieren Büroarbeitsplätze
Wie können Sie – für Ihre Teams im beruflichen Kontext, aber auch für Sie selbst und Ihr privates Umfeld – Orientierung in diesen herausfordernden Zeiten schaffen? Die positive VUKA-Umkehr kann auch in diesen Tagen gelingen.

Understanding (Verständnis) statt Unsicherheit
Dabei ist es völlig in Ordnung, erst einmal die eigene Angst und Ungehaltenheit anzuerkennen angesichts der aktuellen Lage. „Journalling“, die einfache Technik des Notierens eigener Gedanken, kann hier sehr kraftvoll sein. Hier ein paar mögliche Leitfragen für ein solches Selbst-Coaching mit dem eigenen Notizbuch:
– Was stört mich/nervt mich gerade so?
– Warum eigentlich: welche mir unangenehmen Ängste und Sorgen sind damit verbunden?
– Was könnte schlimmstenfalls passieren?
Durch das Beantworten der Leitfragen beginnen wir keine Spirale der negativen Gedanken, sondern wenden uns achtsam den Sorgen zu, die uns gerade selbst bewegen. Ein wichtiger Schritt der VUCA-Umkehr ist gemacht – „Understanding“ (Verständnis) statt Unsicherheit.

Vision statt Volatilität
Die nächsten Fragen können dabei helfen, der anhaltenden Volatilität eine Vision entgegenzusetzen. Beantworten Sie für sich:
– Welche Chancen liegen in der aktuellen Situation?
– Welcher „verdeckte Gewinn“ steckt in der der aktuellen Situation?
– Was wäre das Beste, was passieren könnte?
Hier ist es durchaus erlaubt, richtig groß zu denken und eine eigene, positive Vision für die Zukunft zu formulieren, in die wir uns gestärkt aus der aktuellen Situation entwickeln.

Klarheit statt Komplexität
Nun geht es um Klarheit. Um erste, sinnvolle Schritte auf dem Weg zur Vision, die sich gleichzeitig nicht schwierig anfühlen. Wieder können Sie sich einige Leitfragen dafür zunutze machen:
– Welche bereits angelegten Ressourcen (z.B. eigene Fähigkeiten, Kontakte) können dabei behilflich sein, die Situation zu bewältigen und eine Entwicklung in Richtung der Vision zu ermöglichen?
– Wer oder was hat mir früher in ähnlichen Situationen geholfen?
– Was sind ganz einfache, kleine erste Schritte, die wir jetzt gehen können?
Gerade in Anbetracht einer großen Vision ist diese Besinnung auf erste, kleine Schritte hilfreich, um ins Tun zu kommen und einen Veränderungsprozess in Bewegung zu setzen.

Agilität statt Ambiguität
Agile Arbeitsweisen folgen dem Prinzip, sich iterativ, also in aufeinanderfolgenden „Schleifen“, aus einer relativ vagen Ausgangssituation einer konkreten Lösung Schritt für Schritt zu nähern. Immer noch wird der Begriff der „Agilität“ oft dabei mit Schnelligkeit oder unstrukturiert-chaotischem Vorgehen gleichgesetzt. „Agilität“ bedeutet jedoch in Wirklichkeit Anpassbarkeit, Wendigkeit – die Fähigkeit, schnell auf Veränderungen im Umfeld zu reagieren. Das zuvor definierte Vorgehen in kleinen, einfachen Schritten hilft uns dabei. Nach jedem kleinen Schritt in Richtung auf unser Ziel prüfen wir, ob wir „gut unterwegs“ sind, oder unsere Taktik beispielsweise aufgrund äußerer Änderungen anpassen müssen.

Wirkt diese kurze Anleitung auf Sie abstrakt? Dann stellen Sie einmal Ihre aktuellen „VUKA-Sorgen“ scharf und wenden Sie sich ihnen anhand der beschriebenen Leitfragen zu. Sie werden sehen, in der VUKA-Umkehr liegen viele Chancen.

Sie wünschen sich noch konkretere Anleitung und Begleitung für die aktuelle Situation – insbesondere für Führung und Zusammenarbeit auf Distanz? Dann sind Sie herzlich eingeladen zur kostenlosen 4-Tage Challenge „Führen auf Distanz“. Erfahren Sie hier mehr über die Inhalte und den Nutzen für Sie und melden Sie sich an: brimful-challenge

Der Mini-Kurs ist im ersten Durchlauf ab 27.12.2020 für Sie kostenlos. Ab Januar können Sie ihn für 99 € über unsere VUKAteria buchen.

Teile diesen Beitrag!